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26.10.2007

Grundproblem des Kapitalismus

(Eine Zusammenfassung von Hans von Bothmer)

Die Profite sind umso höher, je weniger Zugriff die Arbeitenden auf den von ihnen produzierten Reichtum haben.1+2

Sind diese Profite zu hoch, kommt es zu Auswüchsen, die eine ganze Volkswirtschaft in bedrohliche Schieflage bringen können. Genannt sei hier das System der „Private Equity“*-Firmen; denn im ersten Halbjahr 2007 hat es weltweit Aufkäufe im Wert von sage und schreibe 2,5 Billionen US-$ gegeben. Und zwar immer nach dem gleichen Muster:

1.  Halbwegs gesunde und ertragreiche Firmen werden kreditfinanziert aufgekauft.

2.  Schulden für den Kauf werden in die Bilanzen gedrückt.
3.  Alles Verwertbare wird ausgeschlachtet.
4.  Mit reduzierter Belegschaft und hoher Schuldenlast wird das Unternehmen an den
     nächsten Glücksritter weitergereicht.
5.  Selbst wenn nur überschuldete Konkursmasse übrig bleibt, ist das Geschäft immer 
     noch lohnend, denn eingesetztes Kapital wird, plus Rendite, aus Sonderausschüttungen zurückgeholt.
6.  Die Rendite wird den Unternehmen als weitere Schulden aufgebrummt.

Doch noch bedrohlicher ist die derzeitige Finanzkrise der USA. Eine Krise, die nicht nur die „Vereinigten Staaten“, sondern auch über Großbritannien, Europa und Asien den ganzen Globus bedroht. Als Auslöser sind die amerikanische Zentralbank (Fed.-Bank – nach Platzen der „New Economy -Blase 2001, auf lockere Geldpolitik zwecks Stützung der schwächelnden US-Wirtschaft setzend), naive Häuslebauer und pure Geldgier der Investoren anzusehen. Wie immer bei solchen Entwicklungen ist dies ein sich langsam ausweitender schleichender Prozess mit folgendem Verlauf:

1.  Vergabe von Subprime-Hypothekenkrediten (faule Kredite, da mangelhaft abgesichert) in den USA. Betroffen sind Millionen Hauseigentümer; mindestens 500.000 von ihnen droht der Verlust des Eigenheims, verursacht durch eine Zinssteigerung von 1 % in 2004 auf 5 % in 2007.

2.  Hausbesitzer benutzen Hypothekenkredite, um Konsum und Lebensunterhalt zu finanzieren.

3.  Ãœber geplatzte Kredite geraten immer mehr Hausbanken in Schieflage, in deren weiterem Verlauf auch die Wallstreet erreicht wird.

4.  Zentralbanken schießen, um Schlimmeres zu verhindern, Geld nach.

5.  Das Verhängnisvolle ist nun, dass ohne aufgeblähte Kreditblase das Wachstum in den USA ins Stocken gerät. Und die Rezession in den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, hat auch Einfluss auf die übrige Welt.

6.  Die Hypothekenkrise vermasselt auch den „Private-Equity“-Geiern das Geschäft, ein Schaden von 25 – 30 Mrd. US-$, ein Viertel davon in Deutschland.

7.  Etliche Bankhäuser setzen die Ausweitung der Kreditströme an die oberste Stelle und fragen nicht mehr, ob die Kreditnehmer den Kredit auch zurückzahlen können.

8.  Auf beiden Märkten (faule Hypothekenkredite und „Private Equity“) ist mit heißer Luft gehandelt worden und die musste in dem Augenblick entweichen, als die Blase zu platzen begann, weil die Kreditnehmer infolge der gestiegenen Zinsen ihre Hypotheken nicht mehr bedienen konnten. Übrig bleiben am Ende:  ruinierte Eigenheimbesitzer, in den Konkurs getriebene Unternehmen, entlassene Beschäftigte und ein Berg fauler Kredite.

9.  Auch deutsche Banken, die sich an den Spekulationen beteiligt haben, indem sie amerikanische Hypotheken gekauft haben, gerieten in die Schieflage, wie z.B. die IKB und die Sachsen-LB.

10.  Als höchst bedrohlich zu werten ist, dass ca. 10.000 „Hedge-Fonds“** mit einer Geldmenge von 1,9 Billionen US-$ spekulieren, die durch Hebelwirkung mittels hoher Kredite ein Vielfaches dessen bewegen.

11.  Die globale Liberalisierungs- und Deregulierungswelle der Kapitalströme dazu führt, dass der Kapitalismus sich heute wieder in jener vollen „Schönheit“ zeigt, mit der er sich in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts als Raubtier-Kapitalismus, der u.a. den Faschismus hervorbrachte, ins Gedächtnis der Menschheit geschrieben hat. Die Folgen sind bekannt.

Ich persönlich finde, es gibt Fehler, die sollte man nicht unbedingt wiederholen.

 *„Private Equity“ = (equity = Billigkeit, recht und billig sein)

**„Hedge-Fonds“ = (to hedge = einhegen, einmauern; Hedge = Hecke, Mauer, Einfriedung)

Beide Begriffe werden verwendet für hochspekulative Fonds, die mit einem Eigenkapitalanteil von oft nur 10 % (besonders bei „Private Equity“) z.T. hochriskante Geschäfte tätigen, die zwar hohe Gewinne bringen können, aber auch entsprechende Verluste.
Beide Fonds arbeiten ähnlich, wobei die „Private Equity“-Fonds sich auf Immobiliengeschäfte spezialisiert haben, während die „Hedge-Fonds“ sich in allen Bereichen der Wirtschaft betätigen.

1 Die Ware Arbeitskraft ist die einzige Ware, die durch ihren Einsatz mehr Wert zu produzieren imstande ist, als sie selbst an Wert besitzt. Der dadurch entstandene Mehrwert wird vom Eigentümer der Produktionsmittel, dem Kapitalisten, angeeignet.
2Der Wert einer Ware wird bestimmt durch die zu ihrer Produktion gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit. 

 

 

 

25.09.2007

Leserbrief von Uli Althüser

Eine andere Republik?

In der Vergangenheit ist den Linken aller Schattierungen oft vorgeworfen worden, eine andere Republik anzustreben. Sie waren aber stets meilenweit davon entfernt. Nicht so die Herren Schäuble und Jung. Die Attacken des Innenministers in „Stakkato-Manier“, wie Bundespräsident Horst Köhler sich anzumerken erlaubte, gegen grundgesetzliche Bürgerrechte (z.B. das Postgeheimnis u.a.) und die Ankündigung des Verteidigungsministers Jung, gegebenenfalls vollbesetzte Verkehrsflugzeuge bei Entführungsverdacht abschießen zu lassen, und das gegen das ausdrückliche Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das rührt an den Grundfesten unserer verfassungsmäßigen Ordnung. Das ist "Putschismus in Salamitaktik". Jetzt hat der Verfassungsschutz endlich seine Zielobjekte gefunden, so könnte man meinen. Und die Bundeskanzlerin würde energisch durchgreifen. Aber nichts dergleichen! - Ihr öffentliches Schweigen kann nur als Zustimmung zu den Vorstößen ihrer Minister gewertet werden und als völliges Versagen in einer lebenswichtigen Frage unserer Demokratie!

 

 

03.09.2007

Mitglieder im neuen Landesvorstand DIE LINKE.SH

Es ist geschafft - der Landesverband Schleswig-Holstein der Partei DIE LINKE hat sich am Sonntag, dem 3. Sept. 2007, auf dem Landesparteitag in Kiel im Legienhof gegründet. Die 75 Delegierten aus allen Schleswig-Holsteinischen Kreisverbänden haben nach stundenlangen Debatten die Satzung für den Landesverband verabschiedet. Bei den anschließenden Wahlen zum geschäftsführenden Landesvorstand hatten Antje Jansen und Lörenz Gösta Beutin die meisten Stimmen auf sich vereinigen können. Als weitere Mitglieder wurden aus unserem Kreisverband Brigitte Sawirucha und Heinz-Werner Jezewski in den erweiterten Kader des Landesvorstandes gewählt.

Wir gratulieren unseren beiden Mitgliedern aufs Herzlichste und wünschen Ihnen bei dieser Unternehmung alles Gute und immer das Gespühr für die richtige Entscheidung.

27.08.2007

DIE LINKE.OV-Flensburg vor dem Nordertor

Am 25.08.2007 wurde in Flensburg auf die neue Partei DIE LINKE. mit einem Stand vor dem historischen Denkmal "Nordertor" aufmerksam gemacht. Einige Bürger der Stadt ließen dann auch Ihrem Unmut freien Lauf über die aktuelle Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik. Im Hintergrund des Nordertores sieht man den in Flensburg sehr umstrittenen Erweiterungsbau der "Phänomanta".

17.07.2007

Sommerfest des KV Schleswig/Flensburg

Am 14. Juli 2007 fand das zweite Sommerfest des Kreisverbandes Schleswig/Flensburg statt. Bei herrlichstem Wetter trafen sich Genossinnen und Genossen aus ganz Schleswig-Holstein zu einem gemütlichen Beisammensein bei lecker gegrillten Fleischstücken und natürlich auch gut gekühlten Getränken. Bei dieser Gelegenheit wurden alte Kontakt wieder aufgenommen und neue geknüpft. Alle hatten viel Spaß und neben politischen Diskussionen kam man sich auch freundschaftlich näher. Wir hoffen, dass es allen soviel Spaß gemacht hat, wie uns (den Veranstaltern). Vielleicht können wir auch im nächsten Jahr wieder ein solches Sommerfest ausrichten und würden uns freuen, wenn noch mehr Teilnehmer kommen würden.

 Brigitte Sawirucha