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11. Januar 2009

Barrierefreiheit beim Hallenbad ist ein absolutes Muss

Nachdem die Fraktionen auf einer Sondersitzung über die bisherigen Vorgänge und zum aktuellen Stand bei der Hallenbadplanung informiert wurden, äußert die Linke deutliche Kritik an der Barrierefreiheit.

„Zur Barrierefreiheit gehört ein Aufzug, der beide Etagen und das Kellergeschoss auch für Menschen mit Behinderung oder Eltern mit Kinderwagen zugänglich macht. Die Argumentation, dass ja alle Einrichtungen im Erdgeschoss vorhanden wären und dass diese Personengruppen deshalb keine Nachteile hätten, zieht für uns nicht“, so Gerd Christophersen, Mitglied der Linken im zuständigen Planungsausschuss. „Obwohl es bereits mehrfach mündliche Zusagen gegeben hat, nachträglich einen barrierefreien Aufzug einzuplanen, will man sich jetzt auf eine Kosten sparende Variante zurückziehen. Dagegen werden wir etwas tun.“

Heinz-Werner Jezewski, Fraktionsvorsitzender der Linken ergänzt „Nur mit einem entsprechenden Aufzug können Menschen mit Behinderung die Gerätelagerräume im Keller oder die guten Tribünenplätze im Obergeschoss erreichen. Das ist für uns aber ein Muss.“

Jetzt will die Fraktion die Verwaltung mit dem Generalunternehmer klären lassen, ob eine gemeinsame Finanzierung dieses Aufzuges möglich ist. Jezewski „Schließlich kann der Betreiber den Aufzug auch als Lastenaufzug nutzen und einen solchen dafür einsparen. Darüber muss verhandelt werden.“

Die Fraktion sucht ausdrücklich eine einvernehmliche Lösung. „Der Fehler ist bei der Planung vor der Kommunalwahl 2008 gemacht worden, an der wir leider nicht beteiligt waren. Jetzt an den Betreiber einseitige Nachforderungen zu stellen, ist nicht der Weg, den wir gehen möchten“, so Jezewski. „Wir werden in den nächsten Tagen Kontakt zu den anderen Fraktionen aufnehmen und versuchen, eine schnelle Lösung des Problems zu finden, denn jeder Tag an dem die Planung fortschreitet, macht das Ganze nur unnötig teurer.“

In der Sache will die Linke aber keine Abstriche machen. „Erst die Lachnummer mit dem Aufzug im städtischen Museum, bei dem die Menschen seit Jahren vertröstet werden, und jetzt ein Hallenbad ohne Aufzug. In Brandenburg gibt es einen Negativpreis für Projekte, bei denen Menschen mit Behinderung besonders benachteiligt werden, den „Betonkopf“. Wenn wir so weitermachen, wird Flensburg bald erster Anwärter für einen solchen Preis auf Bundesebene“, so Jezewski nach der Sitzung der Fraktion am Montag.